Bildungsgutschein: Wer ihn bekommt und welche Kurse gefördert werden können
Über den Bildungsgutschein entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall, und zwar nach einem Beratungsgespräch. Der Gutschein sichert laut Bundesagentur zu, notwendige Weiterbildungskosten zu übernehmen. Die Bundesagentur nennt einen Rechtsanspruch, also ein festes Recht auf Förderung, nur in zwei Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen: beim Nachholen eines Berufsabschlusses oder eines Hauptschul- oder vergleichbaren Schulabschlusses.
Immer gilt: Der Kurs und sein Anbieter, der Bildungsträger, müssen nach AZAV zugelassen sein. AZAV ist die Verordnung, nach der dafür anerkannte Prüfstellen Kurse und Anbieter für die Förderung zulassen.
Für Kurse, die auf eine Zertifizierung vorbereiten, etwa auf das PMP (eine Prüfung im Projektmanagement) oder eine Cloud-Prüfung, nennen die geprüften Seiten der Bundesagentur keine eigene Regel. Es gelten die allgemeinen Bedingungen; ob die Prüfungsgebühr für eine solche Zertifizierung übernommen wird, sagt die Bundesagentur nicht.
Erster Schritt: Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter (zuständig für die Grundsicherung für Arbeitsuchende), bevor Sie einen Kurs buchen. Wird eine Weiterbildung im bestehenden Arbeitsverhältnis gefördert, geschieht das laut Bundesagentur gemeinsam mit dem Betrieb.
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Auf dieser Seite
- Bildungsgutschein: Voraussetzungen im Überblick
- Haben Sie einen Anspruch auf einen Bildungsgutschein?
- Bildungsgutschein: Agentur für Arbeit, Jobcenter oder Betrieb?
- Gibt es einen Bildungsgutschein für Berufstätige?
- Bildungsgutschein: AZAV und was „zugelassen“ bedeutet
- Bildungsgutschein: Zertifizierung wie PMP oder Scrum, was gilt?
- Welche Kosten übernimmt der Bildungsgutschein?
- Wie bekommen Sie einen Bildungsgutschein?
- Quellen und Stand
Bildungsgutschein: Voraussetzungen im Überblick
Für die allgemeine Förderung nach § 81 Abs. 1 SGB III müssen drei Bedingungen zusammenkommen. Rechtsgrundlage ist § 81 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB III), des Gesetzes zur Arbeitsförderung. „Maßnahme“ ist dort das Amtswort für ein konkretes Weiterbildungsangebot, etwa einen Lehrgang. „Träger“ oder Bildungsträger heißt der Anbieter, der die Maßnahme durchführt.
Nach § 81 können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefördert werden, wenn
- die Weiterbildung notwendig ist, um arbeitslose Menschen beruflich einzugliedern oder eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden,
- die Agentur für Arbeit vor Beginn beraten hat und
- die Maßnahme und ihr Träger für die Förderung zugelassen sind.
Bei Arbeitslosen erkennt das Gesetz die Notwendigkeit auch an, wenn erweiterte berufliche Kompetenzen die Beschäftigungsfähigkeit verbessern, also die Chancen am Arbeitsmarkt. Die Weiterbildung muss dann nach Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes zweckmäßig sein. Ob das bei Ihnen zutrifft, klärt die Agentur im persönlichen Beratungsgespräch.
Laut Merkblatt 6, dem Merkblatt der Bundesagentur zur Weiterbildungsförderung, spielen dabei Fähigkeiten, beruflicher Werdegang, Vorkenntnisse, Eignung und Mobilität eine Rolle. Hinzu kommt, ob der Arbeitsmarkt Fachkräfte mit dieser Qualifizierung aufnehmen kann.
Haben Sie einen Anspruch auf einen Bildungsgutschein?
Einen Rechtsanspruch gibt es laut Bundesagentur nur beim Nachholen eines Berufsabschlusses oder eines Hauptschul- oder vergleichbaren Schulabschlusses, jeweils unter bestimmten Voraussetzungen. Für andere Weiterbildungen formuliert § 81 Abs. 1 SGB III eine Kann-Regel: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „können“ gefördert werden.
Juristisch spricht man von Ermessen. Das heißt: Die Agentur hat einen Entscheidungsspielraum, muss ihn aber sachgerecht nutzen und den Einzelfall abwägen. Laut Merkblatt 6 entscheidet sie nach ausführlicher Beratung, ob jemand zur beruflichen Eingliederung eine Qualifizierung benötigt.
Wirbt ein Bildungsträger mit einer Förderung, ist das deshalb keine Zusage. Verbindliche Auskünfte zu Fördermöglichkeiten und Förderumfang gibt es laut Bundesagentur ausschließlich bei der Agentur für Arbeit vor Ort.
Bildungsgutschein: Agentur für Arbeit, Jobcenter oder Betrieb?
Wer berät, hängt von Ihrer Lage ab. Seit 2025 zahlt laut Bundesagentur die Agentur für Arbeit die Förderung beruflicher Weiterbildung auch bei Kundinnen und Kunden des Jobcenters.
| Ihre Lage | Erster Kontakt | Wer fördert |
|---|---|---|
| Arbeitslos gemeldet | Agentur für Arbeit | Agentur für Arbeit |
| Von Arbeitslosigkeit bedroht (Arbeitslosigkeit zeichnet sich ab) | Agentur für Arbeit | Agentur für Arbeit |
| Sie beziehen Leistungen vom Jobcenter (Grundsicherung für Arbeitsuchende) | Jobcenter: stellt den Bedarf fest und klärt die Eignung vorab | Agentur für Arbeit (seit 2025) |
| Beschäftigt, Förderung im bestehenden Arbeitsverhältnis | Gemeinsam mit dem Betrieb; Ansprechpartner: Agentur für Arbeit (Seite zur Förderung Beschäftigter) | Agentur für Arbeit; der Betrieb beteiligt sich in der Regel an den Kosten |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Seiten zum Bildungsgutschein und zur Förderung Beschäftigter, Merkblatt 6; SGB III; abgerufen am 6. Oktober 2026.
Sind Sie noch beschäftigt, aber von Arbeitslosigkeit bedroht, klärt die Beratung, ob der Weg bei drohender Arbeitslosigkeit passt oder der für Beschäftigte (siehe unten).
Bildungsgutschein: Jobcenter oder Agentur, was gilt seit 2025?
Seit dem 1. Januar 2025 übernimmt die Agentur für Arbeit die finanzielle Förderung auch für Kundinnen und Kunden des Jobcenters. Das Jobcenter kann laut Merkblatt 6 lediglich den Förderbedarf feststellen und vorab klären, ob jemand für die Weiterbildung geeignet ist.
Für den ersten Schritt nennt die Bundesagentur beide Stellen: die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Die Agentur finanziert die Förderung in beiden Fällen.
Gibt es einen Bildungsgutschein für Berufstätige?
Gefördert werden können auch Beschäftigte. Laut Bundesagentur wird im bestehenden Arbeitsverhältnis nur gemeinsam mit dem Betrieb gefördert; der Betrieb soll sich auch an den Kosten beteiligen.
Rechtsgrundlage ist § 82 SGB III. Er nennt unter anderem diese Bedingungen:
- Die Weiterbildung geht über eine kurze Schulung hinaus, die nur auf den aktuellen Arbeitsplatz zugeschnitten ist (im Gesetz: ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildung).
- Der Berufsabschluss (aus einer mindestens zweijährigen Ausbildung) liegt laut § 82 SGB III in der Regel mindestens zwei Jahre zurück.
- Sie wurden in den letzten zwei Jahren vor dem Antrag nicht schon einmal auf diesem Weg gefördert.
- Die Maßnahme dauert mehr als 120 Stunden.
- Maßnahme und Träger sind für die Förderung zugelassen.
Ausgeschlossen sind Maßnahmen, zu denen der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist.
Für Beschäftigte ist die Grenze von 120 Stunden bei Prüfungsvorbereitungen wichtig; sie steht in § 82 und gilt für diesen Weg. Ein Kurs über drei Tage mit je acht Stunden kommt auf 24 Stunden und liegt damit deutlich darunter.
Nach § 82 soll nur gefördert werden, wenn sich der Arbeitgeber angemessen an den Lehrgangskosten, also den Kosten des Kurses selbst, beteiligt. Was angemessen ist, hängt laut § 82 SGB III von der Beschäftigtenzahl des ganzen Unternehmens ab, bei einem Konzern von der des Konzerns:
- Unter 50 Beschäftigten: Von einer Beteiligung soll abgesehen werden.
- 50 bis 499 Beschäftigten: 50 % der Lehrgangskosten. Sind Sie bei Beginn mindestens 45 Jahre alt oder schwerbehindert, soll auch hier von einer Beteiligung abgesehen werden.
- Ab 500 Beschäftigten: 75 % der Lehrgangskosten.
Arbeitgeber und Betriebsrat schließen eine Betriebsvereinbarung, Gewerkschaft und Arbeitgeber einen Tarifvertrag. Gibt es für den Betrieb eine dieser Vereinbarungen zur Weiterbildung, sinkt die Beteiligung um fünf Prozentpunkte. Klären Sie früh mit Ihrem Arbeitgeber, ob er die Weiterbildung mitträgt.
Ein Gutschein ist dabei nicht immer nötig: Sind Arbeitgeber und Beschäftigte einverstanden, kann die Agentur bei Beschäftigten auf den Bildungsgutschein verzichten.
Bildungsgutschein: AZAV und was „zugelassen“ bedeutet
Zugelassen heißt: Eine fachkundige Stelle, also eine dafür anerkannte Prüfstelle, hat geprüft, dass Träger und Kurs die gesetzlichen Bedingungen erfüllen. Ohne diese Zulassung kann die Agentur einen Kurs nicht mit einem Bildungsgutschein fördern.
AZAV steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Die Verordnung regelt, wie diese Prüfstellen anerkannt und wie Träger und Maßnahmen nach dem SGB III zugelassen werden.
Geprüft werden zwei Dinge getrennt:
- Der Träger. Ein Bildungsträger braucht die Zulassung einer fachkundigen Stelle, um Maßnahmen der Arbeitsförderung durchzuführen.
- Die einzelne Maßnahme. Jede geförderte Weiterbildung braucht eine eigene Zulassung. Sie muss unter anderem eine erfolgreiche Teilnahme erwarten lassen und nach Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes zweckmäßig sein.
Inhaltlich verlangt das Gesetz eines von drei Ergebnissen:
- Berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden erhalten, erweitert oder an die technische Entwicklung angepasst, oder ein beruflicher Aufstieg wird möglich.
- Die Maßnahme führt zu einem beruflichen Abschluss.
- Sie qualifiziert für eine andere berufliche Tätigkeit. Für diese dritte Variante verlangt das Gesetz ein Zeugnis über den vermittelten Lehrstoff.
Von der Zulassung ausgeschlossen sind Maßnahmen, die überwiegend Schulwissen vermitteln, auf einen Hochschulabschluss zielen oder überwiegend nicht berufsbezogene Inhalte haben. Ausnahmen nennt § 180 SGB III für die Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss und für Grundkompetenzen, die eine Grundlage für berufliche Weiterbildung schaffen oder allgemein die Beschäftigungsfähigkeit verbessern.
Wirbt ein Anbieter mit „AZAV-zertifiziert“, ist damit noch nicht gesagt, welche Kurse zugelassen sind. Fragen Sie nach, ob die Zulassung für den Träger und für genau den Kurs gilt, den Sie buchen wollen.
Bildungsgutschein: Zertifizierung wie PMP oder Scrum, was gilt?
Für Kurse, die auf eine Zertifizierung vorbereiten, gelten die allgemeinen Regeln des Bildungsgutscheins. Weder die Seite der Bundesagentur zum Bildungsgutschein noch das Merkblatt 6 nennen das PMP (Project Management Professional), die Zertifizierung des Berufsverbands PMI.
Ein solcher Kurs muss also als Maßnahme nach AZAV zugelassen sein und zum Bildungsziel im Gutschein passen, also zum beruflichen Ziel, das darin steht. Bei Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten muss die Agentur die Weiterbildung zudem für notwendig halten (§ 81 Abs. 1 SGB III).
Für die Prüfungsgebühr gilt laut Merkblatt 6: Gebühren für „gesetzlich geregelte oder allgemein anerkannte Zwischen- und Abschlussprüfungen“ können als Teil der Lehrgangskosten übernommen werden, soweit sie notwendig sind. Ob die Prüfung eines Herstellers oder Verbands darunter fällt, sagt das Merkblatt nicht. Auf den geprüften Seiten beschreibt die Bundesagentur auch nicht, dass die Prüfung allein, ohne zugelassenen Kurs, gefördert wird.
Was die einzelnen Prüfungen kosten und voraussetzen, steht auf den Seiten zur PMP-Zertifizierung, zur Scrum-Master-Zertifizierung und zu PRINCE2. Scrum ist eine Methode für agile Projektarbeit in Teams, PRINCE2 ein Standard für Projektmanagement.
Bildungsgutschein: Data Analyst, Cloud und andere IT-Weiterbildung
Für IT-Kurse gelten dieselben Bedingungen wie für jede andere Weiterbildung. Die Bundesagentur nennt auf ihren Seiten zum Bildungsgutschein keine Liste förderfähiger Berufe oder Themen; geprüft wird jede einzelne Maßnahme.
Auf den geprüften Seiten nennt die Bundesagentur IT ausdrücklich nur bei den Grundkompetenzen. Gefördert werden kann der Erwerb von Grundkompetenzen, also grundlegender Fähigkeiten, insbesondere in Lesen, Schreiben, Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologien. Das gilt, wenn er die Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Weiterbildung schafft oder allgemein die Beschäftigungsfähigkeit verbessert. Auch dafür gelten die allgemeinen Bedingungen.
Wer eine Weiterbildung zum Data Analyst plant, braucht also einen zugelassenen Kurs. Bei Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten muss die Agentur diese Qualifizierung zudem im eigenen Fall für notwendig halten (§ 81 Abs. 1 SGB III). Für Kurse zur AWS-Zertifizierung (AWS: Amazon Web Services, ein Cloud-Anbieter), zu Microsoft Azure oder zur ITIL-Zertifizierung (ITIL ist ein Rahmenwerk für IT-Service-Management) gelten dieselben Bedingungen.
Ob eine Zertifizierung bei Bewerbungen hilft, ist eine eigene Frage. Die Seite zu Stellen als Projektmanager zeigt, wie oft deutsche Stellenanzeigen einzelne Zertifizierungen nennen.
Bildungsgutschein für IT-Weiterbildung: Welche Fragen stellen Sie vorab?
Wer einen Kurs zu einer Zertifizierung im Blick hat, sollte vor der Anmeldung zwei Stellen fragen: die Beratung der Agentur und den Bildungsträger.
Drei Fragen an die Beratung der Agentur für Arbeit:
- Erfülle ich die Voraussetzungen für diese Weiterbildung, und welches Bildungsziel tragen Sie in den Gutschein ein?
- Übernehmen Sie die Prüfungsgebühr für diese Zertifizierung oder nur die Lehrgangskosten?
- Wie lange gilt der Gutschein, und ist er auf eine Region beschränkt?
Drei Fragen an den Bildungsträger:
- Ist genau dieser Kurs nach SGB III zugelassen, nicht nur Ihr Haus als Träger, und passt er zum Bildungsziel im Gutschein?
- Ist die Prüfung beim Herausgeber der Zertifizierung im Kurspreis enthalten?
- Endet der Kurs mit dieser Prüfung, und welches Zeugnis oder welchen Nachweis erhalte ich am Ende?
Welche Kosten übernimmt der Bildungsgutschein?
Mit dem Bildungsgutschein sichert die Agentur laut Bundesagentur zu, die notwendigen Weiterbildungskosten zu übernehmen. Weiterbildungskosten sind nach § 83 SGB III diese Posten; welche davon im eigenen Fall übernommen werden, klärt laut Bundesagentur das Beratungsgespräch:
- Lehrgangskosten und Kosten für die Eignungsfeststellung, also einen Test vorab, ob die Weiterbildung zu Ihnen passt
- Fahrkosten
- Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung
- Kosten für die Betreuung von Kindern
Zu den Lehrgangskosten können laut Merkblatt 6 Lehrgangsgebühren, erforderliche Lernmittel, Arbeitskleidung, Prüfungsstücke und Prüfungsgebühren für gesetzlich geregelte oder allgemein anerkannte Prüfungen gehören, soweit die Kosten notwendig sind. Die Lehrgangskosten kann die Agentur direkt an den Träger zahlen.
Wer während des Bezugs von Arbeitslosengeld eine geförderte Weiterbildung beginnt, bekommt das Arbeitslosengeld laut Bundesagentur im Normalfall weiter.
Für abschlussorientierte Weiterbildungen, die die Agentur fördert, beschreibt die Bundesagentur ein Weiterbildungsgeld von 150 € im Monat. Als Beispiele nennt sie die Umschulung, bei der man einen neuen anerkannten Beruf erlernt, und die berufsanschlussfähige Teilqualifikation, einen Baustein einer Berufsausbildung. Dazu kommt ein Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung, also auf eine Abschlussprüfung ohne vorherige Ausbildung im Beruf. Im Zusammenhang mit abschlussorientierten Weiterbildungen nennt sie auch die Weiterbildungsprämie, eine zusätzliche Geldzahlung. Ob Ihre Weiterbildung dazu zählt, klärt das Beratungsgespräch.
Wie bekommen Sie einen Bildungsgutschein?
Laut Bundesagentur gibt es vier Schritte. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Beratung, dann Kurswahl, dann Anmeldung.
- Kontakt aufnehmen. Bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Informationen dazu stehen auf der Seite der Bundesagentur zum Bildungsgutschein.
- Beraten lassen. Im persönlichen Gespräch klärt die Agentur, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen. Wenn ja, können Sie einen Bildungsgutschein erhalten.
- Weiterbildung finden. Die Bundesagentur verweist auf die Weiterbildungssuche im Portal „mein NOW“, dem nationalen Onlineportal für berufliche Weiterbildung. Auch die Seite KURSNET der Bundesagentur verweist auf diese Suche.
- Unterlagen übermitteln. Während der Weiterbildung können Sie erforderliche Nachweise online übermitteln.
Wie lange gilt ein Bildungsgutschein?
Laut Merkblatt 6 ist ein Bildungsgutschein in der Regel befristet; die Quellen nennen keine feste Zahl von Monaten. Die Weiterbildung muss innerhalb der Gültigkeit beginnen. Sonst verfällt der Bildungsgutschein, und Sie müssten einen neuen beantragen.
Der Gutschein kann auch auf eine Region und auf bestimmte Bildungsziele beschränkt sein. Ein Bildungsziel steht laut Merkblatt immer darin. Nach § 81 SGB III legt der gewählte Träger den Bildungsgutschein vor Beginn der Maßnahme bei der Agentur vor.
Wie prüfen Sie vor der Buchung, ob ein Kurs zugelassen ist?
Das Merkblatt 6 nennt den Weg: Vor der Anmeldung beim Bildungsträger nachfragen, ob der gewählte Lehrgang nach SGB III zugelassen ist und mit Bildungsziel und Inhalten im Gutschein übereinstimmt. Im Zweifel hilft die Agentur für Arbeit weiter.
Die Weiterbildungssuche in „mein NOW“ ist der Ort, an dem Sie Angebote finden. Ob die Suche bei jedem Angebot die Zulassung anzeigt, sagen die Seiten der Bundesagentur nicht; die Suche ersetzt die Nachfrage beim Träger daher nicht.
Quellen und Stand
- Bundesagentur für Arbeit, Bildungsgutschein, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- Merkblatt 6 der Bundesagentur für Arbeit: Förderung der beruflichen Weiterbildung, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- Weitere Seiten der Bundesagentur: Förderung für Beschäftigte und Förderung beruflicher Weiterbildung, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- Weiterbildungssuche: KURSNET und mein NOW, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- SGB III: § 81, § 82, § 83, § 176, § 177, § 179, § 180; AZAV § 1; Gesetze im Internet, abgerufen am 6. Oktober 2026.
Geprüft am 6. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Haben Sie einen Anspruch auf einen Bildungsgutschein?
Nur beim Nachholen eines Berufsabschlusses oder eines Hauptschul- oder vergleichbaren Schulabschlusses nennt die Bundesagentur für Arbeit einen Rechtsanspruch, jeweils unter bestimmten Voraussetzungen. Für andere Weiterbildungen sagt § 81 SGB III, dass sie gefördert werden „können“. Ob Sie einen Bildungsgutschein bekommen, entscheidet die Agentur für Arbeit deshalb im Einzelfall, nach einem persönlichen Beratungsgespräch (Stand: Oktober 2026).
Gibt es den Bildungsgutschein auch beim Jobcenter?
Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter beziehen, also Grundsicherung für Arbeitsuchende, ist das Jobcenter Ihre erste Anlaufstelle. Die finanzielle Förderung beruflicher Weiterbildung übernimmt laut Bundesagentur aber seit dem 1. Januar 2025 die Agentur für Arbeit, auch für Kundinnen und Kunden des Jobcenters. Das Jobcenter kann laut Merkblatt 6, dem Merkblatt der Bundesagentur zur Weiterbildungsförderung, lediglich den Förderbedarf feststellen und die Eignung vorab klären (Stand: Oktober 2026).
AZAV-zertifiziert: Was bedeutet das?
AZAV ist die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Nach ihr prüfen fachkundige Stellen (dafür anerkannte Prüfstellen) Bildungsträger und einzelne Kurse und lassen sie für die Förderung durch die Agentur für Arbeit zu. Für einen Bildungsgutschein brauchen beide eine Zulassung: der Anbieter und genau der Kurs, den Sie buchen wollen (Stand: Oktober 2026).
Zahlt der Bildungsgutschein die Prüfungsgebühr für PMP, Scrum oder AWS?
Prüfungsgebühren können laut Merkblatt 6, dem Merkblatt der Bundesagentur zur Weiterbildungsförderung, als Teil der Lehrgangskosten (der Kosten des Kurses selbst) übernommen werden: für gesetzlich geregelte oder allgemein anerkannte Zwischen- und Abschlussprüfungen, soweit die Kosten notwendig sind. Ob eine Prüfung bei PMI (dem Berufsverband hinter dem PMP), einem Scrum-Anbieter (Scrum ist eine Methode für agile Projektarbeit) oder AWS (Amazon Web Services, einem Cloud-Anbieter) dazugehört, sagt das Merkblatt nicht. Fragen Sie im Beratungsgespräch und beim Bildungsträger nach (Stand: Oktober 2026).
Bekommen Berufstätige einen Bildungsgutschein?
Beschäftigte können nach § 82 SGB III gefördert werden. Laut Bundesagentur für Arbeit wird im bestehenden Arbeitsverhältnis nur gemeinsam mit dem Betrieb gefördert, der sich in der Regel an den Kosten beteiligt. Die Weiterbildung muss unter anderem mehr als 120 Stunden dauern, und Kurs und Bildungsträger müssen zugelassen sein. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall (Stand: Oktober 2026).
Wie lange ist ein Bildungsgutschein gültig?
Ein Bildungsgutschein ist in der Regel befristet; weder § 81 SGB III noch das Merkblatt 6 der Bundesagentur für Arbeit zur Weiterbildungsförderung nennen eine feste Zahl von Monaten. Die Weiterbildung muss innerhalb der Gültigkeit beginnen. Sonst verfällt der Gutschein, und Sie müssten einen neuen beantragen. Die Frist erfahren Sie in der Beratung (Stand: Oktober 2026).
Weiterbildung Data Analyst: Bildungsgutschein möglich?
Die Bundesagentur für Arbeit nennt auf ihren Seiten zum Bildungsgutschein keine Liste förderfähiger IT-Themen. Für eine Data-Analyst-Weiterbildung gelten die allgemeinen Bedingungen: Der konkrete Kurs und sein Träger müssen nach AZAV zugelassen sein. Bei Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten muss die Agentur für Arbeit die Qualifizierung außerdem für notwendig halten (§ 81 Abs. 1 SGB III; Stand: Oktober 2026).
Gibt es einen Bildungsgutschein für Cloud-Kurse wie AWS oder Azure?
Für Cloud-Kurse, etwa zu AWS (Amazon Web Services) oder Microsoft Azure, nennt die Bundesagentur für Arbeit auf ihren Seiten zum Bildungsgutschein keine eigene Regel. Wie jede Weiterbildung braucht ein solcher Kurs eine Zulassung nach AZAV für Kurs und Träger. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall; bei Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten muss sie die Weiterbildung auch für notwendig halten (§ 81 Abs. 1 SGB III; Stand: Oktober 2026).